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Finanzen und Haushalt

„Raus aus der Schuldenfalle.“ Dies sehe ich auch als Verantwortung für die nachfolgenden Generationen. Deshalb: keine Politik nur von Wahltag zu Wahltag.


Dreieich steckt mehr als seine Nachbarstädte in großen finanziellen Schwierigkeiten. Die Stadt hat seit Mitte der 90er-Jahre, in der Mehrheits-Verantwortung der CDU, trotz guter Einnahmen weit über ihre Verhältnisse gelebt. Seit einigen Jahren bekommen wir die Rechnung präsentiert. So sind die ordentlichen Schulden von ca. 40 Millionen Euro im Jahre 1994 auf mittlerweile 70 Millionen Euro angewachsen. Beispielsweise muss die Stadt für das neue Rathaus jedes Jahr eine Million Euro an Pacht (Kaltmiete!) bezahlen. Solche Ausgaben sowie der hohe Kapitaldienst für die Schulden und die seit einigen Jahren rückläufigen Steuereinnahmen führen mittlerweile dazu, dass wir unsere laufenden Ausgaben nicht mehr aus den laufenden Einnahmen bezahlen können. Da wir dafür keine ordentlichen Kredite aufnehmen dürfen, müssen wir ständig unser Girokonto überziehen und so genannte Kassenkredite in Anspruch nehmen. Mittlerweile ist der Bedarf für diese Kredite bei über 30 Millionen Euro angelangt, sodass die Verschuldung der Stadt insgesamt bei über 100 Millionen Euro liegt. Zum Vergleich: Sowohl Langen als auch Neu-Isenburg haben noch nicht einmal ein Drittel unserer Schulden.

Nachdem mir im Sommer letzten Jahres die Kämmerei übertragen wurde, habe ich daher sofort mit Sparmaßnahmen begonnen. Unter anderem habe ich der Stadtverordnetenversammlung einen Wirtschaftsplan vorgelegt, der sich an den finanziellen Realitäten orientierte und eine Reduzierung der Schulden vorsah. Leider hat die Mehrheit von CDU, FDP und FWG diesen Sparkurs nicht mitgetragen. Des Weiteren habe ich in intensiver Zusammenarbeit mit der vom Stadtparlament eingerichteten „Arbeitsgruppe Finanzen“ an einem Konsolidierungskonzept gearbeitet. Bedauerlicherweise haben CDU, FDP und FWG diese Arbeitsgruppe nach der Kommunalwahl für überflüssig gehalten und einschlafen lassen. Dennoch werde ich nach der Bürgermeisterwahl die Kommunikation mit allen politischen Parteien suchen. Ich halte diese Gespräche untereinander für wichtig und werde sie deshalb immer wieder anbieten.

Ich werde mich auch als Bürgermeister konsequent für eine Sanierung der städtischen Finanzen einsetzen. Dies kann nur Schritt für Schritt erfolgen, mit Augenmaß und Beharrlichkeit. Dabei werde ich nicht das Kind mit dem Bade ausschütten. Die Qualität z.B. in unserer Kinderbetreuung will ich erhalten – dies war für mich immer wichtig. Auch die Förderung der Vereine und sozialen Initiativen ist notwendig für deren hervorragende Arbeit in dieser Stadt. Wenn die Stadt dies in Zukunft jedoch noch leisten soll, dann muss endlich mit der Konsolidierung der städtischen Finanzen begonnen werden.